Sascha Buchbinder

flattersatz.info ist das Online-Portfolio des Schweizer Journalisten und Historikers Sascha Buchbinder.

Artikel

Wer meine Arbeit verfolgen will, macht das am besten via Twitter: @flatterhaft.

Ergänzend hier einige Beispiele.

romandie

@ SRF /// Zankapfel Gewerbeverband

Jean-François Rime ist der erste Romand an der Spitze des Gewerbeverbandes.

Mit Rime kam der Streit in die Romandie. Ihm wird vorgeworfen, er mache aus dem bedächtigen Branchenverband eine SVP-Kampforganisation, die den Interessen des Gewerbes schaden würde.

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@ SRF /// Die Dialektiks des Misstrauens

Volkes Mund tut Wahrheit kund. Tatsächlich? Das Echo der Zeit ging Redensarten nach - global und lokal.

Wenn Waadtländerinnen oder Waadtländer den Charakter von Land und Leuten erklären sollen, zitieren sie gerne den legendären Bauern: «J'ai fondé ma vie entière sur trois principes: Méfiance, méfiance et méfiance», sagte dieser. Misstrauen als Lebensprinzip - Ironie oder Ernst?

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@ DIE ZEIT /// Der rechte Revolutionär

Macht kommt nicht allein aus Gewehrläufen. Auch Ideen können die Welt verändern.

Gonzague de Reynold war Denker, Schrifsteller und Revolutionär. Der Romand wollte die Schweiz radikal umgestalten. Eine Suche nach den Ursprüngen eines Denkens, das nachhallt.

Wahlweise zum Nachlesen in der Zeit oder zum Nachhören im Echo der Zeit.

@ SRF /// hören

Analysen

@ DIE ZEIT /// Meine Rückkehr in die Fremde

Nach Jahren in Berlin zieht ein Schweizer wieder in seine Heimat. Und erschrickt darüber, was sich verändert hat.

Ist das die Schweiz? Kenne ich dieses Land? 2003 bin ich nach Berlin aufgebrochen. Ich verließ ein Land, das sich entschlossen hatte, der UN beizutreten, das sich eine neue Verfassung gegeben hatte, die die Vielfalt zu ihrem Wesen ernannte. 2003 war die Schweiz ein Land, das zum Träumen einlud. In den LatteMacchiato-Vierteln Berlins avancierte sie zum Sehnsuchtsort. Was wurden mir damals für Hymnen vorgetragen: Lebenslustig, weltoffen, kreativ sei die Schweiz. Die Schweizer verbänden mühelos Höchstleistung und Savoir-vivre, versicherte mir vielstimmig der Berliner Chor. Diesen Herbst kam ich zurück ins gelobte Land. Es war eine Rückkehr in die Fremde.

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@ Das Magazin /// Warum es keinen Spass macht, deutsch zu sein

Unsere Nachbarn haben allen Grund zum Feiern: 60 Jahre Demokratie, 20 Jahre Mauerfall, 2000 Jahre Hermann-Schlacht. Und trotzdem ist das Deutschsein den Deutschen noch immer ein Graus.

Wenn einer 60 wird, den 20. Hochzeitstag feiert und trotzdem das brüchige Selbstbewusstsein eines Teenagers hat - er wäre ein klarer Fall für die Psychocouch. Was aber, wenn die Beschreibung nicht auf einen Einzelnen zutrifft, sondern auf ein ganzes Volk? Am 23. Mai feiert Deutschland Geburtstag: 60 Jahre Grundgesetz, 60 Jahre demokratische Ordnung. Hinzu kommt der 20. Jahrestag des Mauerfalls, eine Art Hochzeitstag der beiden Deutschland, am 9. November. Anlass zur Freude, möchte man meinen. Aber es gibt ein Problem: Den Deutschen ist das Deutschsein ein Graus.

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@ Tages-Anzeiger /// Zielscheiben im Kampf gegen Terror

Mit islamischen Terroristen lässt sich nicht verhandeln. Aber die Muslime und Araber in Europa haben ein Recht auf eine klügere Politik.

Kaum dass sich der Rauch über den Al-Qaida-Trainingscamps verzogen hat, sickert der Terror durch den Internetanschluss in unsere Städte; Bomben werden in beheizten Wohnzimmern zusammengebastelt. Die Terrorexperten warnen vor einer neuen Generation von Terroristen, vor Nachahmungstätern, die keine langwierige Indoktrination und Ausbildung durchlaufen, die mit Al-Qaida kaum mehr als den Hass gegen den Westen und die wahnhafte Überzeugung teilen, dass wahlloses Töten die Welt zu ihren Gunsten verändern werde. Es droht eine Art Do-it-yourself-Terror.

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Reportagen

@ Tages-Anzeiger /// Wirtschaftswunderland ist abgebrannt

Die Wirtschaftskrise trifft Deutschland ausgerechnet im Wahl- und Jubiläumsjahr. Wo steht das Land? Was beschäftigt die Menschen? Wir durchqueren ein Land, in dem vieles nicht mehr ist wie erwartet.

Oft nimmt die Schweiz von Deutschland nur die Klischees wahr. Das Bild vom glatzköpfigen Ausländerhasser, vom Arbeiter mit der Vier-Tage-Woche und Kündigungsschutz, vom arroganten Besserwisser. Doch Deutschland ist anders. Diese Reportagereise führt einmal quer durch die Republik und zeigt das Land in seiner Vielschichtigkeit. Zu Wort kommt ein Revolutionär von 1989, der daran arbeitet, dass die Wirtschaftskrise endlich auch Westdeutschland verändert; aber auch ein westdeutscher CDU-Politiker, der in seiner Stadt die Ausländer abgeschafft hat. Die Reise führt über acht Stationen von Stuttgart im Westen bis Görlitz an der polnischen Grenze. Die zweiteilige Reportage: ein Blick durchs Kaleidoskop auf die deutsche Wirklichkeit 2009.

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@ Tages-Anzeiger /// Die bayerische Lederhose ist kürzer geworden

Die CSU-Regierung sinkt in Umfragen unter 50 Prozent, ein Jungsozialist, schwul und evangelisch, kegelt einen konservativen Bürgermeister aus dem Amt. Es gärt im Freistaat Bayern.

Es gibt Augenblicke, da verdichten sich die Ereignisse zu einem surrealen Tableau: Neujahrsempfang 2007, Kaisersaal in der bayerischen Staatskanzlei. Auf der Bühne steht eine Behinderten-Kapelle. Die Musiker, klein gewachsen, mit Mondgesichtern, verdrehten Augen. Vor ihnen, doppelt so gross, der hoch aufgeschossene bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber. Seit Tagen fordert ihn die Fürther Landrätin Gabriele Pauli zum Rücktritt auf. 1500 Gäste drängen sich im Saal. Alle wollen dabei sein, beim letzten Empfang Stoibers. Doch der Ministerpräsident gibt Durchhalteparolen aus. «Bleiben Sie, solange Sie wollen», ruft er den Zuhörern zu. Eine Frau stöhnt: «Oh mein Gott!», bricht zusammen. Sanitäter hasten durch den Saal.

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Porträts

@ Schweizer Illustrierte /// Unser Mann in Berlin

Ein Diplomat mit Kriegserfahrung. Botschafter Tim Guldimann provoziert gern: «Wir brauchen Deutschland, um uns abzugrenzen.»

Früher war Schampus. Heute gibts Rivella. Dazu Cervelat und «ne Schrippe», ein mehliges Brötchen. Zu Thomas Borers Zeiten waren Einladungen zum 1. August in die Botschaft in Berlin glamourös. Von Shawne Fielding schwärmt die Berliner Schickeria noch heute. Doch seit Kanzlerin Angela Merkel dringend Geld braucht, ist Schluss mit lustig. Deutschland jagt Steuersünder, kauft gestohlene Bankdaten, führt Razzien in Schweizer Bankfilialen durch. Ein Klima, rau wie in einem Wirtschaftskrieg. Passend dazu: die Wahl des neuen Schweizer Botschafters.

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@ Das Magazin /// Personenkult: Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier ist ein Musterdeutscher: Er macht keine Fehler und ist ein bisschen sentimental. Der perfekte Kanzlerkandidat.

Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier ist so etwas wie der männliche Merkel: Wie bei Angela Merkel wird einem schwindlig, wenn man die steile Karriere nachzeichnen soll, wie bei Merkel ist sein Zugang zur Politik emotionslos, mechanisch und gemeinsam mit Merkel führt er in Deutschland die Charts der beliebtesten Politiker an.
Vor 2005 war Steinmeier der Schatten von Gerhard Schröder, sein Kanzleramtschef. Er ist ein Chrampfer. Wenn ihm jemand einen Blumenstrauss schenken würde, er würde ihn pressen und abheften, besagt die Legende aus jenen Tagen, als auf seinem Tisch «jeden Morgen ein Haufen Scheisse landete», wie es ein Insider formuliert.

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@ Tages-Anzeiger /// Merkels Politik der Pellkartoffel

Die deutsche Kanzlerin war selbst im Provinzkaff Templin, wo sie aufwuchs, eine graue Maus. Inzwischen regiert sie Deutschland und macht die Unscheinbarkeit zur Stärke.

Jedes Kind kennt sie. Trotzdem bleibt sie die Fremde. In den zwanzig Jahren seit dem Mauerfall hat es Angela Merkel ganz an die Spitze geschafft. Sie verfügt über Macht. Und die Deutschen finden: Sie macht ihre Arbeit gut. Trotzdem knirscht ihre Wahlkampfmaschine auf den letzten Metern bedenklich. Im Schlussspurt legt die SPD in Umfragen zu, und die Union sinkt. Warum fremdelt Deutschland mit Merkel? Vielleicht sollte man die Beobachtungen noch einmal neu sortieren, noch mal alles durchdenken. Ganz von vorn.

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Interviews

@ DIE ZEIT /// Nicht ohne meinen Bruder

Deutschland und die Schweiz sind aufeinander angewiesen - mehr denn je. Ein Gespräch zwischen den Botschaftern der beiden Länder über Freundschaft und Abgrenzung.

DIE ZEIT: Herr Botschafter Berg, erklären Sie uns doch bitte mal die Schweiz.

Axel Berg: Die Schweiz ist ein Land, das mit Deutschland lange, intensive Beziehungen hat. Die Schweiz nimmt eine besondere Rolle in Europa ein, weil sie nicht Mitglied der EU ist und doch über eine Vielzahl von Verträgen eng mit ihr verbunden ist. Sie beruft sich dabei vor allem auf demokratische Traditionen und eigene Erfahrungen.

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@ Tages-Anzeiger /// «Der Ideal-Bayer ist der Zugereiste»

In Bayern sind Wahlen, und der Kabarettist Bruno Jonas deutet die Seele seiner Landsleute. Er erklärt, warum der Bayer stoisch aussieht, aber immer in Bewegung bleibt.

«Mir san mir», sagen die Bayern. Das mag für Bayern schlüssig klingen - nur versteht das leider niemand ausserhalb Bayerns. Wer seid ihr denn?

Die Bayern sind immer alles und auch nichts - könnte man sagen. «Mir san mir» ist ein bayerisches Identitäts-Mantra - für alle, die sich ganz besonders intensiv ihrer selbst vergewissern müssen. Es gibt Bayern, die brauchen das nicht. Die sind bodenständig und einfach stolz drauf, hier geboren und aufgewachsen zu sein, hier leben zu dürfen. Es gibt aber auch die sogenannten «Zuagroasten», die ein typisches Konvertitenverhalten zeigen. Die wollen nicht bloss hundertprozentige Bayern werden, sondern tausendprozentige.

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@ Tages-Anzeiger /// «Eine harte Nuss ist die neue Unterschicht»

Wüssten die Deutschen, wer sie sind, hätten sie weniger Probleme mit Ausländern, meint Barbara John, die ehemalige Ausländerbeauftragte von Berlin. Sie plädiert für klare Regeln.

Viele Deutsche fürchten sich vor «Gegengesellschaften» im Land. Ist die Integrationspolitik gescheitert?

Gescheitert ist nur die Illusion, dass Menschen, die kulturell um zweihundert Jahre zurück sind - davon müssen wir bei vielen Zuwanderern aus der Osttürkei ausgehen -, diesen Rückstand innerhalb einer Generation aufholen könnten. Die andere, wirklich harte Nuss ist, dass in ganz Europa eine neue soziale Unterschicht entsteht, die sich beschreiben lässt als: zugewandert, arm, ungebildet und arbeitslos.

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Kolumnen / Glossen

@ Süddeutsche Zeitung /// Im Energiesparmodus

Früher waren mir Klischees ein Graus. Dann kam ich nach Berlin, genauer ins Führerscheinbüro des Landesamts für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten, und stand mittendrin, im real existierenden Klischee.

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@ Tages-Anzeiger /// Der Rächer der Postkunden

Der gelbe Riese ist vielen Deutschen ein Hassobjekt. Briefe kommen nicht an, Pakete verschwinden - aber was kann die Post dafür, dass die Welt so schlecht ist?

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@ Münchner Merkur /// Rettet die Personenvereinzelungsanlage!

Während der Sommerpause, als unser aller Aufmerksamkeit vom Wellenschlag vor Mallorca und Sylt eingelullt war, hat sich ungeheuerliches getan. In Bochum rotteten sich Germanisten zusammen, um deutsches Kulturgut auszulöschen. "Amtsdeutsch a. D." hieß die Tagung und wurde als vermeintlich innovative Spitzenleistung sogar von der Bundesregierung gefördert.
Hinter "Amtsdeutsch a. D." steht eine Verschwörung mit dem Ziel, deutschen Behörden verständliches Deutsch beizubringen.

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Sascha Buchbinder
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